4. Reisebericht - 1001 Nacht in Usbekistan

Diesem Anfang liegt ein Zauber inne: Die Grenzpassage von Kasachstan nach Usbekistan verläuft absolut reibungslos. Es sind nur noch knapp 50 Tage bis nach Peking – und es gibt schon 50 Jahre lang unseren Kostya! Zeit, den wackeren Reiseleiter und Traumtouren-Kino-Star hochleben zu lassen... Am Nordwestende Usbekistans, am Ende der Kasachensteppe und am Anfang der Kysylkumwüste ist genug Platz für eine ungestörte Party. Mit einer deftigen einheimischen Suppe und reichlich Wodka wird der Geburtstag des Globetrotters ordentlich begossen. Obwohl Kostya seine Familie vermisst, tröstet ihn die Flut an Glückwünschen, die aus der Heimat in den Wilden Osten gesendet werden. Eines steht fest: Daheim wird der runde Geburtstag sicher noch wilder nachgefeiert!

Grenze nach Usbekistan und 50 Lebensjahre geschafft!

Mit Wodka und Suppe wird Kostyas Geburtstag gefeiert.

Am nächsten Tag geht es aber erstmal weiter Richtung Nukus, Hauptstadt der autonomen Republik Karakalpakstan. Laut Kostya gehört „Staub fressen“ dazu und so kämpfen sich die Reisemobile über widerspenstige Pisten durch die unendliche Steppe. Aber, ehrlich gesagt, frisst den Staub nur der Luftfilter – während die Insassen in ihren Sesseln gemütlich Mozart oder Hard Rock hören.

In Nukus angekommen, steht erstmal ein Besuch des Kunstmuseums an, das heute auch von vielen einheimischen Schulklassen besucht wird. Neugierig wird die europäische Gruppe begutachtet und auf der Treppe wird direkt ein gemeinsames Foto geschossen – Ost-West- und Generationenverständigung in einem. Nach dieser schönen Begegnung gibt es zum Mittagessen Samsa – eine köstliche usbekische Speise, die aus saftigem Fleisch in Brühe, umgeben von knusprigem Teig besteht. Satt und zufrieden geht es danach weiter Richtung Chiwa, der ersten legendären Stadt aus 1001 Nacht.

„Staub fressen“ gehört laut Kostya dazu.

Reichlich Platz in der kasachischen Steppe.

Die Perlen der Seidenstraße

Bevor die Traumtourer die einst bedeutende Handelsstadt Chiwa erreichen, legt sich ihnen noch ein spitzer Stein in den Weg. Kleine Ursache, große Wirkung: Der Reifen eines Reisemobils ist platt wie eine Flunder. Aber keine Panik. Nach fachmännischer Begutachtung wird selbiger mit vereinten Kräften gewechselt – und weiter geht’s.

Schließlich fährt der Treck an den Stadtmauern von Chiwa vor, der kleinsten der drei Perlen entlang der Seidenstraße. Es beginnt eine beeindruckende Stadtführung durch diesen mystischen Ort. Die Traumtourer bestaunen kunstvoll gekachelte Moscheen, reges Marktreiben und ebenso anmutige wie geheimnisvolle Tänzerinnen. Sie genießen köstliche Speisen unter freiem Himmel und erleben die Stadt mit allen Sinnen

Reifen platt – der Schaden wird gemeinsam begutachtet.

Kleiner Übeltäter mit großer Wirkung. Ein spitzer Stein.

Nach zwei zauberhaften Tagen verlassen die Reisemobilisten die orientalische Schönheit und bahnen sich ihren Weg durch die Wüste Kysylkum. Hier erleben sie ein kleines Feuerwerk, das Jahr für Jahr nur 2 Wochen anhält: Es ist Frühling und die Wüste ist bunt und voller Leben! Wundersame Pflanzen wie Wüstenfenchel und Spargel blühen und die Traumtourer erforschen ausgiebig diese faszinierend andere und vergängliche Welt, bevor sie nach der Fahrt über holprige Straßen die nächste Handelsstadt der Seidenstraße erreichen: Buchara.

Beeindruckende Intarsien in der goldenen Moschee von Chiwa.

Der alte Stadtwasserspeicher in Buchara.

Am Labihaus, dem Zentrum der Stadt, bewundern sie den einst typischen Stadtwasserspeicher aus alten Zeiten. Die Gruppe besucht Medressen, uralte Mausoleen, Moscheen und die Zitadelle von Buchara, eine gewaltige Trutzburg gegen Eindringlinge von außen. Sie wandern bis in den späten Nachmittag durch Buchara – auch ein sehr intensives Märchen aus 1001 Nacht kostet Schweiß! Dennoch lassen sie es sich nicht nehmen, Buchara bei Nacht zu genießen. Milde Temperaturen, überaus freundliche Menschen voller Lebensfreude, leckere Speisen und ein unvergleichlich charmantes Seidenstraßenflair werden sicher auf ewig in Erinnerung bleiben.

Und dabei liegt die schönste der drei Perlen noch vor ihnen: Samarkand! Aber davon – und von einem heftigen Unwetter, das die Traumtourer auf dem falschen Fuß erwischt – erzählen wir im nächsten Reisebericht.

Dinner in einzigartiger orientalischer Atmosphäre.

Anmutige Tänze aus 1001 Nacht in Chiwa.